Es scheint aus heutiger Sicht unvorstellbar, aber bis zum Jahre 1970 galt in Deutschland ein Frauenfußballverbot. Der organisierte Spielbetrieb war nur den Männern vorbehalten. Es galt zu jener Zeit als moralisch verwerflich, wenn Frauen Fußball spielen wollten. Dies ist eine Haltung die in vielen, meist muslimischen, Ländern immer noch anzutreffen ist. Saudi-Arabien hob erst kürzlich dieses Verbot auf. Der DFB ließ sich, nachdem das Verbot gekippt worden ist, auch nur vier Jahre Zeit um im Jahre 1974 die erste deutsche Frauenfußball-Bundesliga zu präsentieren. Es wurde nach den gleichen Regeln gespielt wie bei den Herren. Lediglich der Spielmodus war ein anderer.

Als offizielle Geburtsstunde des heutigen Fußballspiels gilt das Jahr 1863. Dort wurde es in England in Anlehnung an das populäre Rugbyspiel erfunden, jedoch gab es dem Fußball sehr ähnliche Spiele bereits lange zuvor. So wurde im elften Jahrhundert in Frankreich ein Spiel unter dem Namen „la sioule“ bekannt, was dem heutigen Fußball nicht unähnlich ist. Dies war ein Spiel welches hauptsächlich von Frauen gespielt worden ist. Irgendwann kam die Moral ins Spiel und den Frauen wurde das Spielen untersagt.

Seit der Einführung im Jahre 1974 gab es viele Änderungen im Modus zur Ermittlung des deutschen Meisters. Die letzte Veränderung gab es im Jahre 1997. Seit diesem Jahr wird der Meister in der gleichen Art und Weise ermittelt wie bei den Herren. Zwölf Mannschaften treten in einem Hin- und Rückspiel gegeneinander an und am Ende wird die Mannschaft mit den meisten Punkten zum Meister gekürt.

Der Rekordmeister im deutschen Frauenfußball ist der FFC Frankfurt, mit insgesamt sieben gewonnenen Meisterschaften. Auf dem zweiten Rang folgt mit sechs gewonnenen Titeln FFC Turbine Potsdam. Beide Vereine schwächelten allerdings während der letzten Jahre teilweise deutlich. FFC Frankfurt gewann 2008 seinen letzten Titel, der aktuelle Meister ist die Mannschaft aus Wolfsburg in Niedersachsen. Die Popularität durchlebt Höhen und Tiefen, der Gewinn der Weltmeisterschaft sorgte für einen enormen Imagegewinn. Es gab zu jener Zeit sogar italienische Herrenvereine der ersten Liga, die deutsche Nationalmannschafts-Spielerinnen in ihre Herrenmannschaft aufnehmen wollten. Ob dies nun nur aus Marketing-Gründen geschehen sollte, ist unklar. Wichtig war jedoch das Signal, das Frauen ebenfalls einen guten Fußball spielen können.