Bis zum 28. Juli 1962 wurde in der Bundesrepublik der deutsche Fußballmeister über ein K.-o.-System ermittelt, ähnlich wie dies bei den großen Turnieren der Fall ist. Allerdings gab es im Gegensatz zu dem Modus der heutigen Champions League kein Hin- und Rückspiel, sondern es wurde in nur einer Partie entschieden, wer weiterkommt und wer ausscheidet. Damit das Ganze möglichst gerecht vonstattenging, wurden die Partien auf einem neutralen Platz bestritten. Wenn es nach einer möglichen Verlängerung noch immer keinen Sieger gab, wurde ein Wiederholungsspiel angesetzt. Entscheidungen per Elfmeter oder Golden Goal gab es zu jener Zeit nicht. Der deutsche Fußballmeister wurde auf diesem Wege seit dem Jahre 1903 ermittelt.

Es gab in der Zeit von 1903 bis zur Gründung der Bundesliga im Jahr 1962 eine Reihe tiefgreifender Veränderungen, die oft politisch motiviert waren. So gab es bis zur Machtübernahme der NSDAP im Jahre 1933 das oben beschriebene K.-o.-System, das die Nazis zwar beibehielten, die Organisation, die Verbände und Vereine wurden allerdings deutlich verändert. Das Land wurde in 16 Gaue eingeteilt und eine Gauliga eingeführt, die 16 Gauligameister spielten dann am Ende der Saison um den Titel. Es wurde bis zum letzten Kriegsjahr gespielt. Nach dem Krieg wurden die Ligen den Besatzungszonen angepasst. Von Gauen wollte keiner mehr etwas wissen. Man ging schnell dazu über, sogenannte Zonenmeisterschaften auszuspielen.

Das überaus schlechte Abschneiden der deutschen Fußballnationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft im Jahre 1962 veranlasste den DFB zu handeln. Als Hauptgrund für die schlechte Verfassung der Nationalmannschaft wurde der komplizierte und veraltete Spielbetrieb genannt. Deutschland war zu jenem Zeitpunkt das letzte Land Europas, das über keinen eingleisigen landesweiten Ligabetrieb verfügte. Der Druck zur Veränderung war immens. Der DFB zog die Notbremse und präsentierte am 28. Juli 1962 der deutschen Öffentlichkeit die erste deutsche Fußball-Bundesliga. Die erste Saison 1963/64 wurde mit 16 Vereinen gestartet. Es gab eine Hin- und eine Rückrunde. Es dauerte nur zwei Jahre und der DFB stockte die Liga um zwei Teams auf nun insgesamt 18 Mannschaften auf. Diese Größe sollte bis zum Jahre 1990 Bestand haben. Nach der Wiedervereinigung wurden die beiden besten Teams aus der Liga der ehemaligen DDR mit in die Bundesliga integriert. Zwei Jahre lang spielten dann 20 Mannschaften um den Titel des deutschen Meisters, danach wurde sie wieder auf 18 reduziert. Als Begründung für die erneute Streichung zweier Mannschaften diente die als zu kurz angesehene Winterpause. Diese Größe hat bis heute Bestand, auch wenn in anderen Ländern Europas 20 Mannschaften der Normalfall sind, eine ausreichende Pause zwischen den Runden wird als sehr wichtig angesehen.