Die Anfänge dieser populären Sportart, gerne auch weißer Sport genannt, lassen sich bis in das Mittelalter zurückverfolgen. Bei den Mönchen, in den Adelshäusern und auch beim Bürgertum fand das Spiel mit dem kleinen Filzball vor allem in Frankreich und England großen Anklang. Rasentennis wurde um 1870 in England erstmals gespielt und verbreitete sich rasant im restlichen Europa, Nordamerika und den britischen Kolonien in Asien.

Schon im Jahr 1900 fand der erste Tennis-Länderkampf, der Davis-Cup, statt. Der Internationale Tennisverband ernannte 1923 die vier Turniere in Melbourne, Paris, Wimbledon und New York zu den wichtigsten Veranstaltungen, genannt Grand Slam.

Aufschwung nach 1945

Nachdem zunächst nur Amateurspieler bei Turnieren antreten durften und dies zu zahlreichen Protesten führte, wurde diese Bestimmung 1968 abgeschafft und die Zeit der Open Turniere begann.

Damit begann in den 1970er-Jahren der unaufhaltsame weltweite Aufstieg des Tennissports. Die Kommerzialisierung des Spitzensports allgemein durch TV-Übertragungen und der daraus resultierenden Einnahmen für die Veranstalter ließ auch im Tennis die Preisgelder bei den Turnieren stetig anwachsen. Im Jahr 1968 wurden beim Grand-Slam-Turnier von Wimbledon wurden 78.000 US-Dollar ausgeschüttet, 2005 waren es 17,8 Millionen US-Dollar, die unter den antretenden Spielern verteilt wurden.

Die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau war in jener Zeit nicht nur ein gesellschaftliches Dauerthema. Auch im Tennis konnten die Damen, nicht zuletzt dank der US-amerikanischen Tennislegende Billie Jean King, im Bereich Preisgelder zu ihren männlichen Kollegen aufschließen.

Es waren auch zahlreiche herausragende und charismatische Persönlichkeiten, die dem Tennissport zu seinem weltweiten Siegeszug verhalfen. Björn Borg, John McEnroe, Ivan Lendl, Jimmy Connors Boris Becker, Pete Sampras, Roger Federer bei den Herren oder Billie Jean King, Martina Navratilova, Chris Evert, Steffi Graf, die Williams-Schwestern oder Martina Hingis, um nur einige zu nennen.

In Deutschland haben vor allem Steffi Graf und Boris Becker, mit seinem überraschenden Turniersieg in Wimbledon als 17-jähriger Spieler, einen wahren Tennisboom ausgelöst, der bis weit in die 1990er-Jahre reichte.