Zu Beginn wurde die beste Fußballnationalmannschaft im Rahmen der Olympiade gekürt. Allerdings war den Organisatoren der Fußball ein Dorn im Auge, für sie war Fußball kein sportlicher Wettkampf. Es galt lediglich als ein Spiel zur Unterhaltung des Publikums. Es hatte in den Augen der Verantwortlichen einen ähnlichen sportlichen Wert wie der eines Kartenspiels, somit diente Fußball bei Olympia als Showeinlage in den Pausen. Mehr als eine Handvoll Mannschaften traten in der Regel auch nicht an. Dies sahen die Spieler und die Fußballverbände verständlicherweise völlig anders, sie wollten den Wert ihres Spiels entsprechend gewürdigt wissen.

Einen Wendepunkt stellte die Olympiade 1908 in London dar. Die Engländer nutzen die große Chance, die sich ihnen als Austragungsort für Olympia bot, sie banden den Fußball viel stärker in den Wettkampf ein. Es wurden viel mehr Mannschaften eingeladen als jemals zuvor und gleichzeitig die Werbetrommel gerührt, um maximale Aufmerksamkeit für den neuen Sport zu erlangen. Der Plan ging auf. Von da an wurde Fußball zu einer festen Komponente der Olympischen Spiele. Die Freude über den festen Platz im olympischen Programm währte aber nur relativ kurz, denn den Verantwortlichen des Fußballs missfiel die olympische Idee, nach der nur Amateure antreten durften. Den Verbänden war die wirtschaftliche Komponente ihres neuen Spiels aber von Anfang an sehr wichtig.

Das Fußball ein großartiges Geschäft ist, ist keine Entwicklung der heutigen Zeit. Auch waren es nicht russische Milliardäre oder irgendwelche Öl-Multis, die für die Kommerzialisierung sorgten. Auch wenn dies jetzt für den einen oder anderen Nostalgiker schmerzhaft ist, so war Fußball von Anfang an als eine Möglichkeit, viel Geld zu verdienen, konzipiert worden. Es war von Anfang an ein Geschäft. Es galt ein Spiel zu erschaffen, das die Massen begeistert und die Kassen füllt, dies ließ sich dauerhaft nicht mit der olympischen Idee in Einklang bringen. Die FIFA begann, mit den Vorbereitungen eines ersten Wettbewerbes, an denen sich möglichst viele Landesverbände beteiligen sollten.

In Europa zeigte man sich seinerzeit sehr begeistert von den Fähigkeiten der Südamerikaner bei dem Spiel mit dem Ball. Auch damals schon gehörten die Spieler dieses weit entfernten Kontinents zu den Besten der Welt und sie sorgten bei ihren europäischen Auftritten immer wieder für große Begeisterung. Es war somit kein Zufall, dass die erste offizielle Fußball-Weltmeisterschaft im Jahre 1930 in Uruguay stattfand. Im Finale dieser ersten Fußball-WM standen sich Argentinien und die Gastgeber aus Uruguay gegenüber. Mit 4:2 besiegte das Team von Trainer Alberto Suppici die Argentinier, 68.000 Zuschauer verfolgten das Spiel im Stadion.